Altbischof Huber in Wollershausen

Altbischof Huber in der St. Marien-Kirche von Wollershausen

Als besonderes Ereignis wird die Premiere von „Literatur in der Kirche“ am 22. November mit der Buchvorstellung zu Leben und Werk von Dietrich Bonhoeffer in Erinnerung der Gemeinde bleiben. Über 100 Zuhörer kamen aus allen Teilen des Harzer Landes, von Göttingen über Northeim und Os- terode bis Bad Lauterberg, aber auch aus Kassel, Braunschweig und Berlin nach Wollershausen, um den bedeutenden Theologen und Altbischof Wolf- gang Huber, den ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (2003-2009), zu hören. Unser Superintendent Volkmar Keil aus Herzberg begrüßte voll Freude den prominenten Gast, der im Gespräch mit Christian Richter (Buchhändler und Literatur- u. Wissenschaftsmode- rator aus Berlin und Wollershausen) sein Buch „Dietrich Bonhoeffer. Auf dem Weg zur Freiheit“ vorstellte und auch zwei längere Passagen daraus vorlas. Prof. Huber, einer der anerkanntesten Ethiker unserer Zeit und Herausge- ber der Bonhoeffer-Werkausgabe, sprach in einer für jedermann klaren und verständlichen Sprache über das bewegende Schicksal und außerordentliche Werk dieses bedeutenden ökumenischen Theologen der Moderne – so be- deutend, dass er sogar am Westportal von Londons Westminster Abbey als einer der großen christlichen Märtyrer des 20. Jahrhunderts verewigt ist.

In einem anregenden Gespräch diskutierten Huber und Richter über Bonhoeffers Absicht, die Kirche zu reformieren, und stellten ins Zentrum ihres Gesprächs sein ethisches Denken als Theologe des Widerstandes, seinen Weg in den Kampf gegen die Nazi-Diktatur und seine außergewöhnlich konsequente und aufrechte Haltung bis zu seiner Hinrichtung im Konzent- rationslager Flossenbürg. Die Buchvorstellung begann mit dem Gedicht Bonhoeffers „Wer bin ich“, geschrieben 1943 im Gefängnis Berlin-Tegel, vorgelesen von Christian Richter, und endete mit Bischof Hubers Lesung des berühmten Gedichtes „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, ver- fasst von Bonhoeffer im Dezember 1944 in der Gestapo-Haft – nur wenige Monate vor seiner Hinrichtung.

Nicht enden wollender Applaus des Publikums zeigte, dass es ein bewegender Abend für alle Besucher war! Erich Schakowske überreichte Wolfgang Huber noch als Dank einen typisch Wollershäuser Präsentkorb, und viele Besucher standen in Schlange an, um sich das Bonhoeffer-Buch noch signieren zu lassen. Anschließend traf man sich zu anregenden Gesprächen, u. a. auch mit Bischof Huber und Superintendent Keil, bei einem vom Ge- meindekirchenrat perfekt und liebevoll vorbereiteten Empfang im alten Pfarrhaus, dem Haus der Begegnung.

Wie wir gehört haben, hat es auch Wolfgang Huber sehr gut in Wollershausen und besonders in der schönen St. Marien-Kirche gefallen, und er war außerordentlich erfreut über den regen Zuspruch durch die zahlreichen Besucher und meinte: „Endlich ist die Kirche mal nicht nur an Weihnachten voll!“

Großer Dank an den engagierten Wollershäuser Kirchenvorstand, an Frau Dr. Haase von der Firma Willi Döring aus Gieboldehausen für den Bücher- tisch und die freiwillige Feuerwehr von Wollershausen für die Verkehrsre- gelung und Zuweisung der Parkplätze an die von Fern angereisten Besucher! Dank auch für die finanzielle und werbemäßige Unterstützung des Abends durch die Evangelische Erwachsenenbildung Südniedersachsen (eeb) in Göttingen und die Harzenergie, Sparkasse Duderstadt, Volksbank Mitte und Eichsfelder Energie- und Wasserversorgungs GmbH EEW Duderstadt.

Heidrun Richter